Die Liegenschaftenschätzung ist der Prozess der Bestimmung des Wertes einer Immobilie, basierend auf verschiedenen Faktoren wie Lage, Zustand und Marktentwicklung. In der Schweiz erfolgt diese Schätzung in der Regel durch Fachleute wie Immobilienbewirtschafter, Sachverständige oder spezialisierte Bewertungsunternehmen. Es gibt verschiedene Verfahren zur Schätzung, die je nach Art der Immobilie und deren Verwendungszweck ausgewählt werden:
Vergleichswertmethode: Wird oft bei Einfamilienhäusern oder Eigentumswohnungen angewendet. Es wird der Wert vergleichbarer Immobilien herangezogen.
Ertragswertmethode: Besonders relevant für Mietobjekte, da hier der potenzielle Ertrag (z. B. Mieteinnahmen) in die Bewertung einfliesst.
Sachwertverfahren: Wird verwendet, wenn keine ausreichenden Vergleichswerte oder Erträge vorliegen, z. B. bei spezialisierten Gewerbeimmobilien.
Die Liegenschaftenschätzung ist ein wichtiges Instrument für viele Beteiligte im Immobilienmarkt. Sie ist sowohl für Käufer und Verkäufer eine Orientierungshilfe als auch für Finanzinstitute von Bedeutung, die Hypotheken oder Kredite vergeben. Die Schätzung kann auch für Steuerzwecke, etwa bei der Berechnung von Erbschafts- oder Grundstücksteuern, erforderlich sein. In der Schweiz ist die Bewertung von Immobilien ein Fachgebiet, das strengen Berufsstandards unterliegt, wie z. B. den Richtlinien des SVIT Schweiz oder der Schweizerischen Schätzungsexpertenkammer.